„Ich will wieder in meiner Werkstatt arbeiten“ – Erfahrungsbericht nach Schlaganfall

Ein Schlaganfall veränderte das Leben des 75-jährigen Hobby Bastlers Hrn. Grinschgl grundlegend. Teilweise Lähmungen und Funktionsstörungen seiner rechten Körperhälfte waren die Folge. Robotikgestütze Therapie hilft ihm wieder in seiner Werkstatt basteln zu können.


Der 75-jährige Herr Grinschgl hatte einen Schlaganfall. Seitdem ist seine rechte Körperhälfte teilweise gelähmt, weshalb er Gang- und Gleichgewichtsstörungen und Probleme mit seiner rechten Hand hat. Das zeigte sich besonders in seinem Alltag: er hatte Probleme beim Anziehen, Reißverschluss öffnen oder seinem liebsten Hobby nachzugehen: in seiner Werkstatt zu basteln. Um seine Beeinträchtigungen zu verbessern, kommt Herr Grinschgl seit Mitte letzten Jahres in unser Therapiezentrum in Graz.


Mit Gangtrainer das Gangbild wiedererlernen

Wiedererlernen eines richtigen und vor allem sicheren Gangbildes ermöglichen unsere robotikgestützen Gangtrainer durch das Ausführen von bis zu 1.400 Schritt-Wiederholungen in 30 Minuten – das wäre mit einer konventionellen Physiotherapie gar nicht möglich. Der Gangtrainer Lyra erzeugt dabei das menschliche Gangmuster detailgetreu nach. Dabei wird das Gangmuster individuell an Herrn Grinschgl angepasst. Das Training fühlt sich dabei wie natürliches Gehen an – ein entscheidender Faktor, um die Gehfähigkeit zu verbessern. Denn nur eine möglichst genaue Gehbewegung ermöglicht Herrn Grinschgl das Abrufen seines Muskelgedächtnisses, das ihm dadurch eine hohe Chance auf Rehabilitation der Gehfähigkeit bietet. Seit Therapiebeginn hat sich bei Herrn Grinschgl auch einiges getan. Er konnte nicht nur seine Gehgeschwindigkeit steigern, sondern geht am Gangtrainer mittlerweile auch ohne Festhalten und beherrscht das zum Gehen dazugehörende Armpendeln immer besser.


Dazu wird das Gleichgewicht trainiert. Unser Therapiegerät „Tymo“ ist dafür am besten geeignet. Verschiedene Gleichgewichts-Übungen werden mit einer Kombination aus lustigen und motivierenden Spielen und hoch sensiblen Sensoren trainiert. So wird das statische und dynamische Gleichgewicht verbessert. Dazu gehören z.B. Übungen in Schrittstellung mit Gewichtsverlagerungen nach vorne und hinten oder rechts und links. Oder ein bisschen schwieriger auf der MFT-Platte mit Hanteln in der Hand mit der gleichen Übung. Auch hier zeigen sich deutliche Verbesserungen, das sich durch einen sicheren Gang im Vergleich zu Therapiebeginn zeigt.


Für das Basteln in der Werkstatt

Herrn Grinschgls liebstes Hobby ist es in seiner Werkstatt zu basteln. Durch den Schlaganfall ist seine rechte Hand, besonders die Feinmotorik, beeinträchtigt. Um die Feinmotorik zu verbessern, wird mit dem Hand-Arm-Schulter Therapiegerät „Pablo“ trainiert. Ein spezieller Sensor kann dabei jede Bewegung ermitteln und ermöglicht dadurch, dass alltagsrelevante grob- und feinmotorische Hand- und Fingerbewegungen wie z.B. Faust machen oder der Pinzettengriff (mit Zeigefinger und Daumen etwas halten) simuliert werden können. So wird mit Pablo z.B. geübt kleine Gegenstände zu greifen, Türen aufzusperren oder den Reißverschluss zu schließen.


Erleichterungen im Alltag und mehr Selbstständigkeit

Für Herrn Grinschgl ist die Therapie ein voller Erfolg. Zu Beginn musste er noch mit einem Stock zur Therapie kommen, mittlerweile kommt er ohne Hilfsmittel selbstständig, sicher und mit einem guten Gangbild in unser Therapiezentrum. Sein Alltag wurde dadurch sehr erleichtert, da nicht auf Hilfe angewiesen ist: er kann sich selbst anziehen, ohne Probleme Essen und endlich wieder in seiner Werkstatt basteln.

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