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Robotik Therapie bei Hunter-Syndrom

Aktualisiert: 13. Dez. 2021

Ein Erfahrungsbericht

Fritz ist 20 Jahre alt und hat eine seltene Stoffwechselerkrankung, das sogenannte „Hunter-Syndrom“. Dabei handelt es sich um einen Gendefekt, bei dem es zu einem Enzymmangel kommt. Die Folgen sind eine Vergrößerung der inneren Organe, eine Verformung der Knochen und eine Verkürzung der Sehnen. Fritz hat zusätzlich Ablagerungen im Kopf, weshalb er auch kognitiv etwas beeinträchtigt ist. Da dieses Syndrom eine fortschreitende Symptomatik beschreibt, ist das Ziel, dieser entgegenzuwirken. Aufgrund dessen ist Fritz nun seit November 2020 in unserem Zentrum und arbeitet durch gezielte Therapie einem „Versteifen der Gelenke“ bzw. einem „Verkürzen der Sehnen“ entgegen.


Therapieschwerpunkt

Beginnend lag der Therapieschwerpunkt auf der Gangtherapie durch Lokomotion auf unserem Gangtrainer „Per Pedes“. So bleibt er durch regelmäßige Vertikalisierung und die Mobilisation der unteren Extremitäten „fit“.

Da auch seine Hände beidseitig in ihrer Bewegung eingeschränkt sind und in Ruhe meist eher gefaustet gehalten werden, ist das Öffnen der Finger und die noch mögliche endgradige Mobilisation der einzelnen Gelenke wichtig.


Finanzielles Unterstützung von Freiraum Europa

Durch den großzügigen finanziellen Beitrag des Vereins freiraum-europa ist es Fritz möglich, seit März 2021 auch noch zusätzlich beide Hände am Gerät „Amadeo“ beweglich zu halten. Fritz und seine Eltern sind für diese Unterstützung außerordentlich dankbar. Auch das HOME4MOTION Team bedankt sich für diesen Beitrag, der für Fritz ein mehr an Lebensqualität und viel Freude bereitet.


Fokus Handtherapie

Hierbei werden die einzelnen Finger immer wieder in ihre maximale Beugung und Streckung endgradig mobilisiert. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf einer passiven Mobilisation der Finger, um weitere Kontrakturen zu vermeiden. Zusätzlich wird am Amadeo noch ein Sensibilitätstraining der Finger/ Hand durchgeführt. Hierbei bewirken oszillierende hochfrequente Kleinstbewegungen eine Tonusreduktion und eine bessere Wahrnehmung der gesamten Hand. Man kann die Amplitude und Frequenz je nach Wohlbefinden des Patienten verändern. Durch die zweimal wöchentlich einstündige Therapie der Hände merkt die Mutter gute Erfolge: „Die Hände sind nach der Therapie besser durchblutet, wärmer und die Finger sind besser beweglich!“.

Diese, für gesunde Menschen banalen Veränderungen, haben einen großen Effekt für Fritz und helfen die Progredienz seiner Erkrankung zu verlangsamen und größtmögliches Wohlbefinden für den Patienten zu erreichen.

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