Rehabilitation im Urlaub pausieren? Was Parkinson- und MS-Patienten im Sommer beachten sollten
- Aliaksandra Zhylko

- Jul 1
- 2 min read

Der Sommer ist da – und mit ihm Reisepläne, Familientreffen und der Wunsch nach Erholung. Viele unserer Patientinnen und Patienten fragen uns in dieser Zeit: „Kann ich über den Sommer eine Pause in der Therapie machen?"
Unsere ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Und wir erklären, worauf.
Warum Kontinuität so wichtig ist
Das Gehirn verändert sich durch Bewegung und Training – das nennt man neurologische Plastizität. Bei Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose geht es in der Rehabilitation nicht nur darum, Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch darum, bestehende Funktionen zu erhalten.
Eine längere Unterbrechung – schon ab zwei bis drei Wochen ohne gezielte Übungen – kann dazu führen, dass mühsam erarbeitete Fortschritte nachlassen. Das ist keine Drohung, sondern Biologie: Das Nervensystem „verlernt" Bewegungsabläufe schneller, als es sie gelernt hat.
Das bedeutet nicht, dass im Urlaub gar nichts möglich ist. Es bedeutet: Ein kompletter Stopp ist selten die beste Idee.
Was im Sommer wirklich passiert – und warum Hitze eine Rolle spielt
Für MS-Betroffene ist Hitze ein besonderes Thema. Das sogenannte Uhthoff-Phänomen beschreibt, dass erhöhte Körpertemperatur – sei es durch Sonneneinstrahlung, heiße Bäder oder körperliche Anstrengung – vorübergehend Symptome wie Sehprobleme, Erschöpfung oder Kribbeln verstärken kann. Das ist keine Verschlechterung der Erkrankung selbst, fühlt sich aber so an und kann verunsichern.
Für Menschen mit Parkinson kann Hitze ebenfalls die Motorik beeinflussen: Muskelrigidität und Gleichgewichtsprobleme können sich bei hohen Temperaturen verstärken, während die Wirkung mancher Medikamente durch Hitze und verändertes Trinkverhalten beeinflusst wird.
Praktisch: So gestalten Sie den Sommer sinnvoll
Morgens bewegen, nachmittags erholen. Die kühlsten Stunden des Tages – vor 10 Uhr und nach 18 Uhr – eignen sich am besten für Spaziergänge, Dehnübungen oder das tägliche Heimübungsprogramm. Planen Sie gezielt, statt spontan.
Heimübungen konsequent weiterführen. Die von uns mitgegebenen Übungspläne sind kein Zusatzprogramm – sie sind Teil der Therapie. Auch wenn die Therapeutin gerade nicht dabei ist: 20 bis 30 Minuten täglich machen einen erheblichen Unterschied.
Urlaub und Therapie kombinieren. Wer für mehrere Wochen verreist, kann vorab mit uns besprechen, welche Übungen für die Reise besonders wichtig sind und wie das Programm angepasst werden kann. Ein kurzes Videogespräch mit der Therapeutin ist in vielen Fällen möglich.
Hydrierung nicht vergessen. Gerade bei Parkinson und MS beeinflusst der Flüssigkeitshaushalt die Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden deutlich. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich – auch wenn kein Durstgefühl vorhanden ist.
Auf Warnsignale achten. Wenn Symptome sich im Sommer spürbar verändern – nicht nur hitzebedingt, sondern anhaltend –, sollte das nicht auf „nach dem Urlaub" verschoben werden. Frühzeitig Bescheid geben ist immer besser als warten.


Unser Angebot bleibt auch im Sommer bestehen
HOME4MOTION ist im Sommer für Sie da. Unser Team in Wien und Graz bietet auch in den Ferienmonaten reguläre Therapietermine an – angepasst an die Bedürfnisse und die Witterung.
Wenn Sie eine Sommerpause planen oder unsicher sind, wie Sie Urlaub und Rehabilitation verbinden können: Rufen Sie uns an. Wir finden gemeinsam eine Lösung, die zu Ihnen passt.
📞 +43 (0) 507 400 | Mo–Fr 08:00–16:00 Uhr
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*Haben Sie Fragen zu Ihrer individuellen Situation? Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Termin mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten – oder kontaktieren Sie uns direkt.*




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