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Parkinson entgegenwirken - Ein Erfahrungsbericht

Ausgangssituation einer fortgeschritten Parkinson Erkrankung

Herr M. ist 65 Jahre alt und lebt seit einigen Jahren mit der Diagnose Parkinson. Die Erkrankung ist bereits soweit vorangeschritten, dass Hr. M. nicht mehr selbstständig seinen Alltag bewältigen kann. Er sitzt im Rollstuhl, das Gehen mit dem Rollator ist sehr wackelig und unsicher. Hier zeigt er das typische Gangmuster eines Parkinsonpatienten: kleinschrittig, schmale Spurbreite, der Oberkörper ist stark gebückt und sein Gewicht eher auf den Fersen, so dass er im Stehen eine starke Falltendenz nach hinten (auch Retropulsionstendenz genannt) hat. Aus der gebückten Haltung kann er sich kaum mehr selbst aufrichten, die Bewegungsfreiheit in der Wirbelsäule und in den Schultergelenken ist stark eingeschränkt.

Therapiefokus Aufrichtung

Um an einer besseren Aufrichtung zu arbeiten und dem Verfall in eine immer gebücktere Haltung entgegenzuwirken - die nicht nur Schmerzen in der Wirbelsäule verursacht, sondern unter anderem auch die Atmung beeinträchtigt - arbeiten wir an der Kräftigung der Rückenstrecker und der Rumpfmuskulatur. Um gleichzeitig auch die Beine zu kräftigen und das Stehen in einer gesicherten Umgebung zu üben, machen wir die Übungen am Stehtisch (Balo). Ziel ist es durch möglichst große Bewegungen der Schultern und Arme die Wirbelsäule aufzurichten und die Muskeln zu kräftigen.

Fokus Gleichgewicht

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Training der Gewichtsverlagerung. Hr. M hat im Stehen nicht nur die Tendenz nach hinten zu kippen, sondern belastet auch seine Beine unterschiedlich stark. Mithilfe des Tymo (Kraftmessplatte) kann Hr. M. im Balo (dynamischer Stehtisch) die Gewichtsverlagerung von links nach rechts üben und so die Mitte finden, wo beide Beine gleichmäßig belastet sind. Außerdem ist es wichtig auch einmal das gesamte Gewicht auf ein Bein zu verlagern, da dies im Gehen unabdingbar ist. So trainiert Hr. M. gleichzeitig seine Beinmuskulatur, sein Gleichgewicht und den Rumpf.

Fokus Gangverbesserung

Um aus dem klassischen Parkinsongangmuster, welches bei Herrn M. schon sehr ausgeprägt ist, wieder herauszukommen, trainiert der Patient am Perpedes. Durch die Führung der Maschine kann eine normale Schrittlänge, Spurbreite und Gehgeschwindigkeit geübt und für die Umsetzung im Alltag verinnerlicht werden.

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