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Intensivtherapie in den Sommerferien

Aktualisiert: 12. Dez. 2023

Ein Schlaganfall vor seiner Geburt führte beim 13-jährigen Marian zu spastischen Lähmungen. Nach einer Intensivtherapie im Februar, nahm Marian an einer zweiten Intensivtherapie teil, um die Fähigkeiten seiner linken Hand zu verbessern.

Marian bei seiner zweiten Intensivtherapie
Marian bei seiner zweiten Intensivtherapie

Wie geht es eigentlich Marian? Der 13-jährige erlitt schon im Bauch seiner Mama einen Schlaganfall. Dadurch hat er Schwierigkeiten seinen linken Arm und seine linke Hand koordiniert zu bewegen. In den Semesterferien hat er in unserem Therapiezentrum in Graz schon an einer einwöchigen Intensivtherapie teilgenommen. Der Fokus dieser Intensivtherapie waren verschiedene Grifftechniken während der Armbewegungen zu lernen, und seine Handgelenksstellungen zu verbessern (Lesen Sie den Blog-Beitrag hier oder am Ende des Beitrags). Seitdem hat er weiterhin 1x in der Woche Therapie erhalten. Dazu kam eine 5-tägige speziell für Marian zusammengestellte Intensivtherapie im Juli.


Drei große Ziele

Die 5-tägige speziell für Marian zusammengestellte Intensivtherapie mit täglich drei bis vier Therapiestunden setzte sich aus mehreren Teilbereichen zusammen. Seine Ziele waren:

  1. Lernen sich mit seiner linken Hand schneller abzustützen, um während des Stürzens nicht auf seine Schulter zu fallen, da er aufgrund dessen schon 2-mal einen Schlüsselbeinbruch erlitt.

  2. Während des Basketballspielens die linke Hand zum Werfen verwenden.

  3. Lernen während des Mopedfahrens mit der linken Hand zu kuppeln, da er später den Mopedführerschein machen möchte.

Um diese Ziele zu erreichen, lag der Fokus der Intensivtherapie darin, den linken Arm zu kräftigen und die Reaktion des linken Armes zu verbessern. Zusätzlich wurde an der Koordination des linken Armes in diversen spielerischen und aufgabenorientierten Situationen gearbeitet. Mit unseren Computer- und robotikgestützten Therapiegeräten konnten wir genau an diesen feinmotorischen Schwächen arbeiten.


Für die Hand-Rehabilitation wurde unter anderem das Therapiegerät „Pablo“ genutzt. Mit dem so genannten Multiball, der mit speziellen Sensoren jede Bewegung der Hand ermitteln kann, übte Marian sein Handgelenk in verschiedenen Stellungen des Unterarms zu koordinieren. Dies war sehr herausfordernd, da die Muskelspannung in seinem Unterarm auf einer Seite viel höher ist und er gegen diese Spannung arbeiten musste. Im Vergleich zur Intensivtherapie in den Semesterferien konnte er die korrekte Handgelenksstellung schon um einiges besser stabilisieren.


Marian trainiert mit dem Finger-Hand-Therapiegerät Amadeo
Marian trainiert mit dem Finger-Hand-Therapiegerät Amadeo

Zudem wurde unser Finger-Hand-Therapiegerät „Amadeo“ genutzt. Amadeo ist ideal, um die Fingerkoordination bzw. die selektive Fingerbewegung zu üben, während das Handgelenk passiv in der gewünschten Stellung fixiert wird. Durch Vibration und automatisierte individuell angepasste Bewegungen arbeitet Amadeo einerseits gezielt an der Verbesserung der Tiefensensibilität und andererseits durch das Lockern und Entspannen der Finger an der Verbesserung der Beweglichkeit der Finger.


Für Marian ist es sehr wichtig, die mit den Geräten erlernten Dinge in den Alltag umzusetzen. Für die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit während des Stürzens, wurden viele Stützaktivitäten auf verschiedenen Höhen (an der Wand, gegen die Liege, am Boden, überkopf) durchgeführt. Um die Motivation und das Durchhaltevermögen zu erweitern, wurde dies immer mit Wettbewerben gemacht und die Zeit gestoppt. Durch die Zeitmessungen wurde deutlich sichtbar, dass Marian seine Kraft im linken Arm verbessern konnte. Zusätzlich wurden diverse koordinative Aufgaben in den Wettbewerb miteingebunden.


Um die Integration der linken Hand während des Basketballspielens zu verbessern, wurden diverse Übungen mit dem Ball durchgeführt. Diese haben immer das Stabilisieren des Balles mit offener Hand auf verschiedenen Höhen beinhaltet. Zusätzlich wurde im Freien täglich das Passen und Werfen des Balles geübt. Hier zeigt sich deutlich, dass Marian während des Standwurfs seine linke Hand zum Stabilisieren auf Kopfhöhe mit der Handinnenseite verwenden kann. Vor der Therapie hat er immer seinen Handrücken verwendet. Damit der Bewegungsablauf mit offener Hand weiter automatisiert werden kann, ist weiteres Üben notwendig.


Um das Kuppeln am Moped zu lernen, wurde das Bremsen am Fahrrad genauer beübt, da der Bewegungsablauf verglichen werden kann. Während des Bremsens am Fahrrad war die Herausforderung, dass er seinen zweiten und dritten Finger lösen kann, ohne dass er die gesamte Hand heben muss und ohne, dass er Hinschauen muss. Nach einigen Übungen wurde dies verbessert, bedarf aber noch weiterer Übung, um den Bewegungsablauf zu automatisieren und die Finger koordinativ richtig einzusetzen.


Erfolgreiche Intensivtherapie

Die 5-tägige Intensivtherapie war für Marian ein Erfolg. Marian hat gelernt seine linke Hand in diverse neue Alltagssituationen zu integrieren. Was auch auffiel war, dass Marian während der Therapie seine linke Hand automatischer integrierte und auch selbst Vorschläge für Steigerungsvarianten gemacht hat.




Großzügige Spende

Dank der großzügigen Spende des Vereins „Stiftung Kindertraum“ wurde Marian die 5-tägige Intensivtherapie ermöglicht. Stiftung Kindertraum erfüllt Herzenswünsche von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder schweren Krankheiten in Österreich.

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