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Nach Halbseitenlähmung wieder Gehen lernen - Ein Erfahrungsbericht

Aktualisiert: 23. Nov. 2021

Rettung in letzter Sekunde!

Chris ist erst 15 Jahre alt, als ein Arztfehler ihr fast das Leben kostet… Mit höllischen Kopfschmerzen kommt das junge Mädchen zusammen mit ihrer Mutter ins Krankenhaus. Dort werden ihre Schmerzen als Migräneschmerzen abgestempelt und die Ärzte wollen sie mit einem klassischen Kopfschmerzmittel und Sauerstoff abfertigen. Das angeborene Angiom im Kopf wird ignoriert. Aber Chris bleibt hartnäckig und wiederholt immer wieder „Mein Kopf tut so weh, wenn ihr nichts unternehmt, werde ich sterben!!“ Doch die Ärzte nehmen die Jugendliche nicht Ernst und raten ihr genervt, sie solle nicht so viel herumjammern und nicht so ein großes Drama wegen ein bisschen Migräneschmerzen machen. Zum Glück kommt die Mutter dazu und unter ständigem Drängen wird schlussendlich doch noch ein CT des Schädels gemacht. In letzter Sekunde, das Angiom ist aufgeplatzt, das Blut hat bereits die rechte Gehirnhälfte zerstört, das Corpus calossum (Hirnbalken) ist durch den Druck auf die linke Seite verschoben, welche auch zum Teil bereits zerstört ist. „Es war nicht 5 vor 12 sondern 1 vor 12“, so die Aussage der Ärzte nach der Notoperation. Hätte es ein wenig länger gedauert, wäre nichts mehr zu retten gewesen. Die gesamte linke Seite von Chris ist gelähmt, aktiv ist Bewegung nicht möglich.

Durch große Anstrengung zurück in die Beweglichkeit

Die Ärzte sagen den Eltern, dass nichts mehr zu machen sei und Chris für immer ein Pflegefall bleiben wird, eine Reha muss gar nicht angedacht werden, da es hoffnungslos sei. Doch Chris und ihre Eltern wollen sich diesem Schicksal nicht hingeben. Vor der ersten Reha sitzt Chris im Rollstuhl, der Arm ist spastisch und im Flexionsmuster fixiert, das Bein kann kein Gewicht übernehmen. Nach ihrem ersten 12-wöchigen Rehaaufenthalt kommt Chris gehend nach Hause. Es folgen zahlreiche weitere Rehabilitationen, Therapiestunden und selbstständiges unermüdliches Training.



Gangmuster und Gangsicherheit verbessern mit modernsten Therapiegeräten

„Jetzt hab ich es so weit geschafft, dann schaff ich den letzten Rest auch noch“, sagt Chris in der letzten Therapie, wo wir die Feinheiten des Gehens erarbeiten. Fortbewegen ist selbstständig zwar schon länger möglich, das Gangbild ist für Außenstehende dennoch auffällig. Das will Chris ändern. Deshalb trainiert sie 2x wöchentlich für eine Stunde bei HOME4MOTION um ein physiologisches Gangbild wiederzuerlangen. Zuerst übt sie am Perpedes (robotikgestützter Gangtrainer), um von der Maschine geführt ein rhythmisches und gleichmäßiges Gangbild ohne Ausweichbewegungen zu erlernen. Durch die Führungen an den Füßen und am Becken sowie die Möglichkeit des Anhaltens und der somit verbesserten Rumpfstabilität kann Chris das Gehen geführt üben.

Nachdem es sich durch die regelmäßige Führung schon stark verbessert hat und das Ziel die Umsetzung des physiologischen Gangbilds in den Alltag ist, übt Chris nun seit einigen Wochen das gesicherte Gehen am Laufband. Mithilfe der Tipps und Verbesserungsvorschläge der Therapeuten sowie der manuellen Beckenfazilitation, um taktile Inputs zu geben, kann Chris auch in ihrem bereits weit vorangeschrittenem Rehabstadium noch viel lernen und es nach regelmäßigem Training bald in den Alltag integrieren und „unauffälliger“ auf der Straße gehen.



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