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Botox und Bewegungstherapie gegen Spastik

Aktualisiert: 13. Juni 2022

Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, wird oft mit ästhetischer Faltenbehandlung in Verbindung gebracht. Der Anwendungsbereich umfasst jedoch auch neurologische Erkrankungen und hilft vor allem krankhaft erhöhte Muskelanspannungen („Spastik“) zu lösen.

Botulinumtoxin („Botox“) ist für den Einsatz in der ästhetischen Medizin publik. Der Einsatzbereich ist jedoch viel breiter gefächert, denn das Toxin wird auch bei bestimmten neurologischen Erkrankungen eingesetzt.


In der für medizinische Anwendungen aufbereiteten Dosierung wird Botulinumtoxin bei folgenden Schädigungen des zentralen Nervensystems genutzt:

Nach Schlaganfällen, Hirnblutungen, nach einer tumorbedingten oder durch Entzündung (MS) ausgelösten Schädigung des Gehirns oder Rückenmarks, oder durch Rückenmarksverletzungen. Daraus kann eine Spastik resultieren, die durch eine krankhafte Erhöhung der Muskelspannung gekennzeichnet ist.


Neurologe Dr. Stephan Pölzl, ein Experte für Botulinumtoxin-Behandlungen, war kürzlich zur Erstbefunderhebung betroffener Patient:innen in unserem Therapiezentrum.


Botulinumtoxin wird in die von einer Spastik betroffenen Muskeln ultraschallgezielt injiziert. Dadurch wird die Übertragung zwischen Nerv und Muskel blockiert, was zu einem Nachlassen der pathologisch erhöhten Muskelspannung führt. So können Gelenksfehlstellungen verbessert und spastikassoziierte Schmerzen deutlich reduziert werden. Nach einer Behandlung mit Botulinumtoxin öffnet sich durch die Reduktion der Muskelspannung ein neues therapeutisches Fenster, wodurch Physiotherapeut:innen bessere therapeutische Voraussetzungen haben, die gesetzten Ziele mit den Patienten:innen zu erreichen bzw. neue Behandlungsziele zu definieren.


Die positiven Auswirkungen der Behandlung zeigen sich vor allem bei spastischen Veränderungen der Hand/Finger, bei Armbeugespastik, im Bereich der unteren Extremität bei Adduktorenspastik oder spastischen Veränderungen des Kniegelenkes oder des Fußes. Nach einer eingehenden neurologischen Befunderhebung werden die am stärksten von der Spastik betroffenen Muskeln ausgewählt und die dafür notwendige Dosis berechnet und unter Ultraschallkontrolle in den Muskel injiziert.


Dr. Pölzl bietet bei Bedarf Botulinumtoxin-Behandlungen für Patient:innen in unserem Therapiezentrum an. Im unmittelbaren Anschluss an die Injektionen werden physiotherapeutische Behandlungen mit gezielten Bewegungstherapien durchgeführt, die laut Studien signifikant bessere therapeutische Resultate erzielen.


Gerne können Sie sich bei uns für weitere Informationen melden.

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